Vatikan: Was Putin und den Papst zusammenbringt
Die Unterschiede zwischen Russland und dem Vatikan könnten kaum größer sein – schaut man auf die Landfläche. Der Präsident des weltweit größten Flächenstaats trifft das Kirchenoberhaupt in seinem winzigen Vatikanstaat. Trotzdem, meint der russische Botschafter Alexander Avdeev, habe der oberste Hirte der 1,3 Milliarden Katholiken die „Fähigkeit, die ganze Welt zu beeinflussen“, weil er Gehör finde bei den politischen Führern der verschiedenen Länder. Das soll dann wohl auch für Putin gelten.
Gemeinsame Interessen
Mit dem russischen Präsidenten werde Franziskus laut Avdeev über „die Instabilität der internationalen Beziehungen, die Krise im Nahen Osten, das Schicksal Syriens, das Problem der atomaren Abrüstung, die Situation im Iran“ sprechen. Die Themen zeigen an, wo Russland weltpolitisch involviert ist und worum sich die Kirche sorgt. Wie Avdeev sagt, „ist der Vatikan an Stabilität und Sicherheit in allen Regionen der Welt interessiert, in denen die katholischen Gläubigen leben", und die Interessen entsprächen denen der Russen, angefangen bei Syrien und Venezuela.
Den Führer von „Mutter Russland“ und den „geistigen Vater“ des Westens lasse gerade jene „universelle Vision“ so sensibel aufeinander zugehen. Während der Papst aufgrund seiner Persönlichkeit „in Russland große Sympathie“ genieße, sei zugleich „die Zeit gekommen, in der die Katholiken viele Probleme und offene Herausforderungen nicht lösen können, ohne die politische Logik Russlands und die Erfahrung unserer Orthodoxie zu berücksichtigen“, gibt Avdeev weiter zu Bedenken.
Die Ukraine bleibt heikel für beide Seiten
Die katholische Kirche werde „angegriffen von liberalen Ideologien", hat Putin unlängst in einem Interview geäußert. Er bot ihr die Hilfe des Christentums in Russland an. Staatskirche und Kirchenstaat - auch das trennt die beiden Größen, die sich bei der Audienz begegnen.
In jedem Fall harmonisch dürfte den Präsidenten stimmen, dass in der heiklen Frage um Staat und Kirche in der Ukraine „der Vatikan das Minsker Abkommen unterstützt und sich von jeder Einmischung in das Leben der orthodoxen Gemeinschaften distanziert“. Aus „internen Konflikten“ wolle man sich raushalten, erklärte Kurienkardinal Kurt Koch dazu.
(asia news / vatican news – fr)
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